Beteiligen Sie das Finanzamt an der Feier für ein Dienstjubiläum

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Arbeitnehmer können Aufwendungen für eine Feier im Kollegenkreis steuerlich geltend machen, sofern die Feierlichkeit nahezu ausschließlich beruflich veranlasst ist. Indizien hierfür sind u.a. Veranstaltungsort und -zeit, die Höhe der Kosten sowie die Auswahl der Gäste.

Im Streitfall hatte der Kläger, ein Finanzbeamter, aufgrund seines 40-jährigen Dienstjubiläums eine Feier ausgerichtet. Sie fand an einem Montag gegen Mittag in den Sozialräumen des Finanzamts statt. Der Kläger lud alle im Finanzamt beschäftigten Mitarbeiter ein und bewirtete sie mit Häppchen, Sekt und Wein. Die Kosten machte er in seiner Einkommensteuererklärung bei den Einkünften aus nichtselbstständiger Tätigkeit geltend, was ihm sein Wohnsitzfinanzamt nicht anerkannte.

FG und BFH jedoch gaben ihm Recht und ließen den Abzug der Werbungskosten zu.

Der BFH führt aus, dass es sich bei einem Dienstjubiläum um ein berufsbezogenes Ereignis handelt. Ob Werbungskosten vorliegen, ist danach zu beurteilen, ob eine (nahezu) berufliche oder eine private Veranlassung zugrunde liegt.

Werbungskosten sind nach § 9 Abs. 1 Satz 1 EStG Aufwendungen zur Erwerbung, Sicherung und Erhaltung der Einnahmen. Sie müssen in einem wirtschaftlichen Zusammenhang mit den Einnahmen stehen.

Die Kosten für eine Feier, die anlässlich eines Dienstjubiläums entstehen, sind nach Ansicht des BFH im vorliegenden Fall beruflich veranlasst.

Die für diese Beurteilung maßgeblichen Indizien sind, dass sämtliche Mitarbeiter des Finanzamts eingeladen wurden, die Kosten angemessen und überschaubar waren, die Feier in den Sozialräumen des FA stattfand und während der Dienstzeit, bzw. der Mittagspause stattfand. Ferner lag eine Genehmigung der Feier durch den Vorgesetzten vor.  

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