Bewirtungskosten eigener Arbeitnehmer in voller Höhe Betriebsausgaben

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Werden Arbeitnehmer bewirtet, ist zwischen betrieblicher und geschäftlicher Bewirtung zu unterscheiden. Die Aufwendungen für eine betriebliche Bewirtung sind in voller Höhe als Betriebsausgaben abziehbar. Nimmt der Arbeitnehmer an einem Geschäftsessen teil, sind nur 70 % der Kosten abziehbar.

Die Aufwendungen für die betriebliche Bewirtung von eigenen Arbeitnehmern sind in voller Höhe als Betriebsausgaben abziehbar. Eine betriebliche Bewirtung liegt bei einer betriebsinternen Bewirtung vor. Hierunter fallen beispielsweise betriebsinterne Fortbildungen, Weihnachtsfeiern, Betriebsfeste.

Werden im Rahmen dieser Veranstaltungen neben den eigenen Arbeitnehmern auch Arbeitnehmer anderer Unternehmen, Geschäftsfreunde oder freie Mitarbeiter bewirtet, sind die Aufwendungen aufzuteilen. Nur die Aufwendungen, die auf die eigenen Arbeitnehmer entfallen, sind in voller Höhe abziehbare Betriebsausgaben. Die Aufwendungen, die auf die Arbeitnehmer anderer Unternehmer, auf die Geschäftsfreunde und auf die freien Mitarbeiter entfallen, sind nur i.H.v. 70 % als Betriebsausgaben abziehbar.

Nehmen die eigenen Arbeitnehmer an einem Geschäftsessen teil, sind die Aufwendungen auch nur zu 70 % als Betriebsausgaben abziehbar.

Eine Besonderheit gilt, wenn der Arbeitgeber die Kosten für eine Bewirtung während einer Geschäftsreise übernimmt. Grundsätzlich können die tatsächlichen Kosten der Arbeitnehmer übernommen werden. Könnte der Arbeitnehmer eine Verpflegungspauschale geltend machen, liegt kein geldwerter Vorteil vor, der als Arbeitslohn zu erfassen ist.

Die unentgeltliche zur Verfügungsstellung von Getränken und Genussmitteln, die im Betrieb verzehrt werden können, sind Aufmerksamkeiten.

Eine Bewirtung anlässlich bzw. während eines außergewöhnlichen Arbeitseinsatzes gilt als Aufmerksamkeit, wenn der Wert der Mahlzeit einschließlich Getränke pro Arbeitnehmer 60 EUR brutto (ab 2016) nicht übersteigt.

Weder die Aufmerksamkeiten noch der Vorteil aus einer geschäftlichen Bewirtung führen zu einem geldwerten Vorteil beim Arbeitnehmer und somit nicht zu Arbeitslohn.  

Fundstelle
R 8.1 Abs. 8 LStR
H 9.1 Bewirtungskosten LStH 5. Spiegelstrich (BFH-Urteil vom 19.06.2008 VI R 33/07)
BMF-Schreiben vom 24.10.2014 IV C 5 - S 2353/14/10002 Rz 66

 

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