BFH: Neues zur Abschreibung von Einbauküchen

Foto

Der BFH ändert seine Rechtsprechung zur steuerlichen Beurteilung von Aufwendungen für Einbauküchen.

Die Aufwendungen für deren Einzelbestandteile werden zukünftig nicht mehr unterschiedlich beurteilt, sondern als ein einheitliches Wirtschaftsgut betrachtet und insgesamt abgeschrieben.

Einbauküchen in vermieteten Objekten müssen in regelmäßigen Abständen verschleißbedingt ausgetauscht werden. Hierbei stellt sich die Frage, ob die Aufwendungen für die Erneuerung sofort abzugsfähigen Erhaltungsaufwand darstellen oder die einzelnen Gegenstände als jeweils selbständige Wirtschaftsgüter, bzw. als ein einheitliches Wirtschaftsgut abgeschrieben werden müssen.

Bislang ging die BFH-Rechtsprechung davon aus, dass ein Herd oder eine verbaute Spüle eigenständige Möbeleinheiten und damit Gebäudebestandteile darstellen, die über die Nutzungsdauer der gesamten Immobilie abzuschreiben sind.

Abweichend von seiner bisherigen Auffassung vertritt der BFH heute die Ansicht, dass es sich bei allen Einzelbestandteilen einer Einbauküche um ein einheitliches Wirtschaftsgut handelt, welches als Scheinbestandteil nach § 95 Abs. 2 BGB über einen Zeitraum von 10 Jahren abzuschreiben ist.

Herdplatte, Backofen und Spülbecken sind heute keine eigenständigen, freistehenden und damit veränderbaren Möbelstücke mehr, sondern Bestandteile einer Einbauküche, beliebig platzierbar und mittels einer Arbeitsplatte fest miteinander verbunden. Nach Ansicht des BFH gilt dies für Küchenelektrogeräte ebenfalls.

Im Streitfall hatten die Kläger in 3 ihrer vermieteten Immobilien die Einbauküchen erneuert und die ihnen entstandenen Kosten in ihrer Einkommensteuererklärung als sofort abziehbaren Erhaltungsaufwand erfasst. Bei den Kosten für die Einbauküchen handelte es sich um Aufwendungen für Herd, Spüle, Kühlschrank, Dunstabzugshaube und mit einer Arbeitsplatte verbundene Einbaumöbel im Wert von ca. 3.000 EUR jeweils.

Finanzamt und Finanzgericht hatten entschieden, dass Kühlschrank/Dunstabzugshaube als geringwertige Wirtschaftsgüter, bzw. über 5 Jahre abgeschrieben werden können, die Einbaumöbel einer Nutzungsdauer von 10 Jahren unterliegen und Herd sowie Spüle als unselbständige Gebäudebestandteile sofort abzugsfähigen Erhaltungsaufwand darstellen.

Der BFH hingegen vertrat eine andere Ansicht und änderte seine Rechtsprechung wie oben beschrieben. 

Fundstelle BFH-Urteil vom 03.08.2016 IX R 14/15

Zurück

Die letzten Neuigkeiten

„Phantomlohn“ durch Arbeitszeitfiktion: Neuerung im Teilzeit- und Befristungsgesetz (TzBfG)

Arbeitgeber und Arbeitnehmer können vereinbaren, dass der Arbeitnehmer seine Arbeitsleistung entsprechend dem Arbeitsanfall zu erbringen hat (Arbeit auf Abruf). Die Vereinbarung muss eine bestimmte Dauer der wöchentlichen und täglichen Arbeitszeit festlegen.

Weiterlesen …

Neues vom BFH zur Steuerbarkeit von Preisgeldern

Bislang beurteilte der BFH die Zahlung von Preisgeldern bei Pferderennen als umsatzsteuerbare Leistungen. Jetzt hat er erneut entschieden.

 

Weiterlesen …

Längere Abgabefrist, aber auch strengere Strafen

Die gute Nachricht für alle von Aufschieberitis Geplagten: Ab der Steuererklärung für 2018 gilt nun für alle eine um zwei Monate verlängerte Frist.

Weiterlesen …

Einzelaufzeichnungen bei Barkassen

Die Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung (GoB) erfordern grundsätzlich die Aufzeichnung jedes einzelnen Geschäftsvorfalls.

Weiterlesen …

BFH urteilt zur Berechnung der 44 EUR-Freigrenze bei Sachbezügen

Arbeitgeber gewähren ihren Arbeitnehmern gerne Sachbezüge, die idealerweise steuer- und sozialversicherungsfrei sind.

Weiterlesen …

Schiedsrichter auch bei ausländischen Spielen steuerpflichtig?

Fußballschiedsrichter sind gewerblich tätig und damit gewerbesteuerpflichtig. Der BFH hat jetzt zur Steuerpflicht bei internationalen Spieleinsätzen geurteilt.

 

Weiterlesen …

Überschusserzielungsabsicht bei Ferienwohnungen

Ein Ferienhaus, aus dessen Vermietung über einige Jahre Verluste erzielt wurden, befand sich am gleichen Ort wie das Wohnhaus der Klägerin. Das Finanzamt erkannte die erklärten Verluste wegen der fehlenden Überschusserzielungsabsicht nicht an.

Weiterlesen …