Mindestlohn steigt ab 2017 auf 8,84 Euro

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Der Mindestlohn steigt ab 2017 von derzeit 8,50 Euro auf 8,84 Euro je Stunde.                

Bitte achten Sie darauf, die Löhne und Gehälter sowie die Arbeitsverträge zu prüfen und gegebenenfalls spätestens mit der Lohnabrechnung Januar 2017 Anpassungen vorzunehmen.

Für die geringfügig Beschäftigten muss sich folgendermaßen die Arbeitszeit ändern, da es ansonsten zur Überschreitung des Geringfügigkeitsgrenze kommt und somit zu einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung:

2015 - 2016

  • 450,00 EUR / Monat 8,50 EUR / Stunde     = max. 52,94 Stunden im Monat
  • 165,00 EUR / Monat 8,50 EUR / Stunde     = max. 19,41 Stunden im Monat

-          100,00 EUR / Monat              8,50 EUR / Stunde     = max. 11,76 Stunden im Monat

ab 2017 gilt

  • 450,00 EUR / Monat 8,84 EUR / Stunde    = max. 50,90 Stunden im Monat
  • 165,00 EUR / Monat 8,84 EUR / Stunde    = max. 18,66 Stunden im Monat

-          100,00 EUR / Monat             8,84 EUR / Stunde    = max. 11,31 Stunden im Monat

 

Für die sozialversicherungspflichtig Beschäftigten (Entgelt über 450,00 EUR) gibt es zwei Möglichkeiten den Mindestlohn zu zahlen:

  1. nach genau geleisteten Stunden (z.B. 21 Arbeitstage im Monat x 8h x 8,84 EUR Mindestlohn = 1.485,12 EUR Gehalt) 
  2. nach Berechnungsformel des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales ist es zulässig, den Arbeitnehmer in gleichen Monatsraten zu vergüten (sog. verstetigtes Monatseinkommen), wenn dabei der Stundenlohn - auf das ganze Jahr gerechnet - dem Mindestlohn entspricht                                                                                        

Beispiel: Es ist eine wöchentliche Arbeitszeit von 40 Arbeitsstunden an fünf Arbeitstagen und ein monatliches Arbeitsentgelt von 1.532,27 EUR vereinbart, das unabhängig davon gezahlt wird, dass der Februar nur 20 Arbeitstage mit 160 Arbeitsstunden und der August 23 Arbeitstage mit 184 Arbeitsstunden aufweist (40h/Woche x 8,84 EUR x 13 Wo / 3 Mo = 1.532,27 EUR Gehalt).   

Weiterhin sind Sie als Arbeitgeber verpflichtet, Beginn, Ende und Dauer der täglichen Arbeitszeit ihrer geringfügig beschäftigten Arbeitnehmer aufzuzeichnen und die für die Kontrolle des Mindestlohns erforderlichen Unterlagen bereitzuhalten. Gehört Ihr Betrieb zu den im Schwarzarbeitsbekämpfungsgesetz genannten Branchen, gilt dies grundsätzlich für alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer (Baugewerbe, Gaststätten und Herbergen, Speditions-, Transport und Logistikbereich, Unternehmen der Forstwirtschaft, Gebäudereinigung, Messebau und Fleischwirtschaft. Zeitungszustellerinnen und -zusteller und Beschäftigte bei Paketdiensten).

Ausgenommen von dieser Dokumentationspflicht sind lediglich Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer

  • deren monatliches Gehalt höher als 2.958 Euro (brutto) ist
  • oder mehr als 2.000 Euro (brutto) verdienen und dieses Gehalt für die letzten zwölf Monate nachweislich gezahlt wurde.

Keine Dokumentationspflichten bestehen zudem für enge Familienangehörige (Ehegatten, eingetragene Lebenspartner, Eltern, Kinder). 

In Zweifelsfällen steht Ihnen meine Mitarbeiterin Frau Knauft gerne jederzeit zu einem persönlichen Beratungsgespräch zur Verfügung.

 

 

 

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